Gelenkbus 225 - MAN SG192




Lebenslauf des Bremer Wagen 225


Gebaut wurde ich 1972 im MAN-Werk in Penzberg bei München. Ich war ca. 10 Meter lang und 2,5 Meter breit, mein Motor hatte 10350cm³ und war 175PS stark. Die ersten Meter legte ich allein zurück. Kurze Zeit später wurde noch ein Nachläufer angebaut, dieser kam von der Firma Göppel in der Nähe von Augsburg. Nun war ich endlich komplett und 16,50 Meter lang. Mit 26 baugleichen Fahrzeugen ging es zur Bremer Straßenbahn A.G. in Bremen, wir bekamen die Nummern 201 – 227.
Zugelassen wurde ich am 27.09.1972 und kam mit den Wagen 222-227 zum Betriebshof Neue Vahr. Hier wurden wir hauptsächlich auf den Linien im Bremer Osten eingesetzt. Die Wagen 201-221 kamen nach Bremen-Nord, wir sind uns linienmäßig daher nicht begegnet.
1983 kamen 96 neue Mercedes-Benz O 305 G zur BSAG, dies bedeutete das Aus für 100 MAN SG 192 in Bremen. Da unsere Wagennummern für die Neuen benötigt wurden, bekam ich Anfang 1983 noch die Nummer 869.
Meine neue Heimat fand ich mit einen baugleichen BSAG-Wagen der 1973er-Baureihe in Neu-Ulm bei der Firma Gairing. Hier wurde ich am 27.10.1983 zugelassen. Wir wurden hauptsächlich im Schülerverkehr eingesetzt. Nach sechs Jahren kam auch hier das Ende und ich wurde am 14.02.1990 wieder abgemeldet.
Eigentlich hätte ich dem Recyclingkreislauf zugeführt werden sollen, doch es kam anders. Der OCM in München suchte Teile für seine eigenen historischen Busse (was auch nicht besser wäre). Nach genauerem Betrachten wurde auf Grund meines erhaltenswerten Zustandes wieder Abstand von einer Zerlegung genommen. Erstmal kam ich in eine Scheune in der Nähe von München. Diese Unterstellung wurde von Omnibusfreunden aus Neu-Ulm, Hannover und Bremen mitfinanziert. Erstmals in meinem Busleben musste ich nicht mehr draußen stehen. Im Jahr 1995 wurde ich zum Betriebshof 3 nach München überführt. Hier stand ich dann mit mehreren OCM-Bussen. Im Jahr 2003 musste der Betriebshof 3 wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Da ich keinen direkten Bezug zu München hatte, entschied der OCM mich abzugeben. Durch Kontakte zu meinem Erstbesitzer konnte ich in der alten Heimat einen trockenen Unterstellplatz erhalten. So wurde ich am 25.11.2003 in München-Milbertshofen auf die Eisenbahn verladen und in die Nähe von Bremen gebracht. Am 27.11.2003 holten mich die Freunde der Bremer Straßenbahn ab und brachten mich zur Servicewerkstatt der BSAG. Hier wurde ich begutachtet und eine Mängelliste erstellt. Tags darauf kam ich zur weiteren Abstellung zum Betriebshof Gröpelingen. Hier stand schon ein 15 Jahre alter Neoplan, der mein Schicksal teilte.
2008 wurden wir beide nochmals überführt, jetzt ins Straßenbahnmuseum in Bremen-Sebaldsbrück. 2016 begannen Vereinsmitglieder an mir zu arbeiten. Nachdem die Inneneinrichtung entfernt war, kamen auch Fußboden und Teile der Elektrik raus. Im Außenbereich wurden alle Zierleisten entfernt. Das alles zog sich über drei Jahre hin. Der Verein holte sich dann ein Angebot über die Aufarbeitung meiner Karosserie. Davor waren aber noch einige technische Arbeiten durchzuführen. Diese passierten in der KOM-Werkstatt Neue Vahr. Diese Örtlichkeiten kannte ich doch noch! Es wurde der Ausbau des Faltenbalges vorbereitet, Bleche im Türbereich und die Außenbeleuchtung wurden demontiert, sowie das Rohr der Rücklaufleitung vom Lenkgetriebe ersetzt. Dieses war in München schon einmal geflickt worden.
Am 16.12.2019 wurde ich per Tieflader zu einem Karosseriebauer nach Schortens bei Wilhelmshaven gebracht. Die Vereinsmitglieder haben dort dann noch die Scheiben und den Faltenbalg ausgebaut. Jetzt stehe ich hier und werde nach und nach neu aufgebaut. Der Nachläufer ist bis zum Dach vom Blech befreit und Teile der Träger wurden auch schon ersetzt. Wenn alles gut läuft, geht´s in drei Jahren zurück nach Bremen. Ich werde dann fertig lackiert sein, die Technik muss dann noch gemacht werden.




Ende der 70er - flotte Einfahrt in den Domshof...

... und am Hauptbahnhof 

Wagen 869 (ex 225) am 21.4.1983 an der Domsheide

... Linienfahrt in Ulm ...  

Am 29.11.2003 Ankunft in Leeste

... gleich fährt er wieder in Norddeutschland


Wagen 225 in Bremen eingetroffen


Am 28. November 2003 traf der MAN SG 192 mit der ehemaligen Bremer Wagennummer 225 in Bremen ein. Mit der Deutschen Bahn AG ging es von München nach Leeste bei Bremen und dann mit eigener Kraft nach Bremen. Der Gelenkbus 225 wurde nach einer Begutachtung durch die Servicewerkstatt der BSAG im Straßenbahndepot Gröpelingen hinterstellt. Der Zahn der Zeit hat deutliche Spuren hinterlassen.


Wagen 225 ist in das Bremer Straßenbahn - Museum "Das Depot" umgezogen


Nach fast fünfjähriger Abstellung im Betriebshof Gröpelingen, ist Wagen 225 am 15. November 2008 in das Straßenbahnmuseum "Das Depot" in Bremen-Sebaldsbrück umgezogen. Am frühen Morgen wurde er hinter den UNIMOG der BSAG gespannt und wurde in sein neues Domizil geschleppt. Neben dem BSAG Neoplan 4919 und dem Giese-Bus ex VGB 200 wurde 225 jetzt im Depot in Sebaldsbrück ausgestellt.



Vorbereitungen zur Überführung ...

... auf dem Betriebshof Gröpelingen 

An der Haltestelle Grasberger Straße

An der Haltestelle Segelsbrück 

Auf dem Bth.Sebaldsbrück (DEPOT)

Ebenfalls ins DEPOT überführt : Wg 4919


Ein weiterer Zugang...


Die IG 225 hat Ende November 2008, durch Vermittlung eines Vereinsmitgliedes des FdBS, den 28 Jahre alten MAN SG 192 von dem Beverstedter Busunternehmen Giese übernehmen können.
Der Gelenkbus gehörte ursprünglich seit Lieferung im August 1980 zur VGB Bremerhaven und hatte dort eine beigefarbene Lackierung, ähnlich der damaligen Bremer Lackierung, und trug die Wagennummer 200.
Im Jahre 1993 wurde er ausgemustert und durch die Firma Giese in Beverstedt übernommen. Diese setzte den Bus für ihre Linien- und Schulverkehre in Bremerhaven und dem Umland ein. Dort fuhr er, mit wechselnden Zulassungen und später in zweifarbig grüner Lackierung, weitere 15 Jahre bis zum letzten Linieneinsatz am 28. November 2008.
Der Wagen hat derzeit keine gültige Hauptuntersuchung - ist aber im Jahre 2011 in den bremischen rot/weißen Farben der 70er und 80er Jahre durch Vereinsmitglieder lackiert worden. Er erhielt die Nummer 200, die es an Bremer Bussen nicht gegeben hat.
Seitdem war der Wagen Bestandteil des Bremer Straßenbahnmuseum "Das Depot" in Bremen-Sebaldsbrück und konnte an Öffnungstagen besichtigt werden.



ZOB, Bremen Hbf

Am Bahnhof Sebaldsbrück 

Auf dem Betriebshof Sebaldsbrück ...

... vor den Toren des Depot 


Wie unten erwähnt musste auch der Wagen 200 Sebaldsbrück im August 2019 verlassen. Er wurde bei einem befreundeten Unternehmen sicher hinterstellt.


Wagen 225 - es geht weiter


Die Mitglieder IG225 haben 2015 damit begonnen den Bus 225 Innen komplett zu entkernen. Im August 2019, zu diesem Zeitpunkt mussten alle Busse das Depot in Sebaldsbrück wegen massiver Umbauarbeiten verlassen, wurde der Wagen 225 zum Betriebshof Neue-Vahr gefahren. Hier wurde der Bus gehoben um weitere Bauteile zu entfernen und diverse Arbeiten am Motor durchzuführen. Diese wären in der Wagenhalle Sebaldsbrück so nicht möglich gewesen. Im Dezember wurde das Fahrzeug verladen und zu einer Karosseriebaufirma in der Nähe von Wilhelmshaven überführt. In den nächsten Jahren soll dort die Karosserie und das gesamte Fahrwerk aufgearbeitet werden.



1.08.2019 Überführung zum Betriebshof Bremen-Vahr

16.12.2019 Transport zur Karroseriebaufirma bei Wilhelmshaven